{"id":13062,"date":"2022-11-01T09:00:05","date_gmt":"2022-11-01T09:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/?p=13062"},"modified":"2022-11-08T15:10:15","modified_gmt":"2022-11-08T15:10:15","slug":"impuls-des-monats-november-im-rausch-der-raserei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/?p=13062","title":{"rendered":"Impuls des Monats November: Im Rausch der Raserei"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-13066 alignright\" src=\"https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Rennwagen.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"228\" \/>\u201eIm Rausch der Raserei\u201c lautete die \u00dcberschrift \u00fcber einen Artikel in einer Samstagsausgabe der Rheinischen Post. Diese \u00dcberschrift hat mich neugierig gemacht. Ich las den Artikel und konnte vieles nachempfinden und auch bejahen. In diesem Artikel geht es um ein Buch, das der Soziologe Hartmut Rosa (Professor an der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena) zu unserer modernen Gesellschaft geschrieben hat. Er analysiert unser Leben, das immer rasanter wird. Niemand scheint mehr Zeit zu haben. Das Lebensgl\u00fcck des Menschen sei gef\u00e4hrdet. Nach den zwei Jahren der Corona-Pandemie hat das Leben wieder Fahrt aufgenommen. Vielleicht noch etwas rasanter und schneller als vor der Pandemie, weil man Vers\u00e4umtes nachholen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><!--more-->Einen Abschnitt aus diesem Artikel der RP m\u00f6chte ich zur Verdeutlichung anf\u00fcgen: \u201eDie Menschen, j\u00fcngere zumal, sind Wellenreiter auf dem Meer der Gelegenheiten, oder, wie Rosa es nennt: Drifter. Drifter legen sich nicht mehr fest. Der Drifter ist der Typus unserer Zeit, und der Drifter, sagt Rosa, ist ziemlich asozial. Man kann sich auf ihn nicht verlassen, und manchmal ger\u00e4t er selber in die Krise, weil er keine klaren Priorit\u00e4ten hat und sich nicht entscheiden kann. Er verschwindet im Tempodrom. Drifter glauben nicht mehr an das Gemeinwesen und auch nicht an die Kraft der politischen Gestaltung. Drifter haben keine Zeit f\u00fcr Demokratie und Liebe, sie binden sich nicht, sind unfrei, fixiert auf das, was kommen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Immer mehr muss man erleben: Ist das eine gerade vorbei, muss das n\u00e4chste wieder folgen. Alles steht gleichberechtigt nebeneinander. Nur keine Chance, keine Gelegenheit verpassen. M\u00f6glichst viel von dem, was angeboten wird, mitnehmen. Und das wird nach der Pandemie wieder immer mehr.<\/p>\n<div id=\"attachment_13067\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13067\" class=\"wp-image-13067 size-medium\" src=\"https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/8538_im_autotunnel_by_peter_weidemann_pfarrbriefservice-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/8538_im_autotunnel_by_peter_weidemann_pfarrbriefservice-300x200.jpg 300w, https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/8538_im_autotunnel_by_peter_weidemann_pfarrbriefservice-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/8538_im_autotunnel_by_peter_weidemann_pfarrbriefservice-768x512.jpg 768w, https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/8538_im_autotunnel_by_peter_weidemann_pfarrbriefservice-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/8538_im_autotunnel_by_peter_weidemann_pfarrbriefservice-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/mariafrieden-hamminkeln.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/8538_im_autotunnel_by_peter_weidemann_pfarrbriefservice-624x416.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-13067\" class=\"wp-caption-text\">Image: Peter Weidemann<br \/>In: Pfarrbriefservice.de<\/p><\/div>\n<p>Der Artikel endet mit der Aufforderung an die Leser, diese Beschleunigung des Lebens durch \u201e<strong>Entschleunigung<\/strong>\u201c ein Ende zu bereiten und das m\u00f6glichst rasch. Denn die Zeit dr\u00e4ngt, da der Mensch im Prozess der Beschleunigung seiner verlustig gehen kann. Doch wie kann Entschleunigung aussehen??<\/p>\n<p>Ich habe eine Antwort gefunden: Unsere Gottesdienste sind ein Entschleunigungsprogramm. Wir steigen f\u00fcr eine Zeit aus dem Rennwagen, der immer schneller f\u00e4hrt. Machen Halt! Legen einen Boxenstopp ein! Und treten in eine andere Welt ein, eine Welt, die Himmel und Erde miteinander verbinden und die das Zeitliche \u00fcberschreitet, ja das Zeitliche f\u00fcr einige Zeit au\u00dfer Kraft setzt. Gottesdienst will feiern. Gottesdienst will den Alltag \u00fcbersteigen. Gottesdienst will etwas vom Ewigen vermitteln.<\/p>\n<p>So ber\u00fchrt es mich immer wieder, wenn Menschen zu mir kommen und sagen: \u201eDie Messe darf nur 45 Minuten dauern!\u201c Auf dem Hintergrund des RP-Artikels frage ich mich, ob diese Menschen schon Opfer des Beschleunigungsrausches unserer Zeit sind? Ob sie es schon verlernt haben, sich Zeit f\u00fcr Gott und sein Lob zu nehmen? Ich antworte mitunter: \u201eEine Stunde in der Woche sollte man schon Zeit f\u00fcr unseren Herrn haben!\u201c Und denke: Eigentlich sollte es noch viel mehr sein.<\/p>\n<p>Herzliche Einladung zur Entschleunigung&#8230;<br \/>\n<em>Ralf Lamers, Pfr.<\/em><\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIm Rausch der Raserei\u201c lautete die \u00dcberschrift \u00fcber einen Artikel in einer Samstagsausgabe der Rheinischen Post. Diese \u00dcberschrift hat mich neugierig gemacht. Ich las den Artikel und konnte vieles nachempfinden und auch bejahen. 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