Pater John wechselt auf die andere Rheinseite / Emotionaler Abschied in Ringenberg: „Wir werden seine Stimme vermissen”

Inmitten der Messdienerinnen und Messdiener: Pater John, der am Sonntag die Pfarrei Maria Frieden verlassen hat. (Fotos: Christian Keiten)

Pastor Ralf Lamers brachte es auf den Punkt: „Wir werden deinen Gesang, deine Stimme hier bei uns vermissen.” Denn in der Heiligen Messe zuvor hatte Pater John am vergangenen Sonntag (27. Oktober 2019) seinen Abschied aus der Pfarrei Maria Frieden nicht nur in Worte und Gebete gekleidet. Am Ende des Gottesdienstes in der Ringenberger Christus-König-Kirche bedankte sich der indischstämmige Geistliche mit einem Lied: der englischen Version des bekannten Bibeltextes „Alles hat seine Stunde” aus dem Buch der Prediger. Mucksmäuschenstill war es in den Bänken, als der 38-Jährige zu singen begann. Lang anhaltender Beifall der Gemeindemitglieder vollendete diesen emotionalen Höhepunkt.

Am 1. September 2016, also vor gut drei Jahren, kam Pater John in die Pfarrei. Er war der erste Kaplan aus Indien. Pfarreiratsvorsitzende Nicole Brinks hatte für die Verabschiedung sogar exakt die Zeit berechnet: „1.122 Tage warst Du bei uns und wir haben viel von Dir gelernt.” Josefa Sonders bedankte sich im Namen des Ringenberger Gemeindeausschusses: „Heute verlässt uns nicht nur ein guter Seelsorger, sondern auch ein guter Freund!”

Pastor Ralf Lamers zeigt das Abschiedsgeschenk: eine Mantelalbe

Pastor Lamers bedankte sich ebenfalls für die Zeit in Hamminkeln – und überreichte das Abschiedsgeschenk: den Gutschein für eine Mantelalbe, die ihn auch beim künftigen priesterlichen Dienst immer an seine Zeit in Maria Frieden erinnern wird. Auch die KAB Ringenberg und die Messdienerschaft bedankten sich mit Geschenken bei Pater John.

Der Seelsorger, mit bürgerlichem Namen John Paulose Alakkattuparambil, bedankte sich seinerseits in seinen Abschiedworten für die Zeit und die vielfältigen Lernerfahrungen: „Ich wusste nichts vom Leben in Deutschland. Ich hatte Probleme mit der Sprache. Ich wusste nicht, wie ich mich im Umgang mit Menschen benehmen muss, was ist richtig, was nicht.” Trotzdem sei er aufgenommen worden, so wie er ist. „Sie haben mich ohne Maske, ohne Schauspiel als ihr Sohn, Bruder, Freund und Pater akzeptiert.”

Das Bild zeigt die Christus-König-Kirche in Ringenberg

In den vergangenen Jahren habe er viel gelernt. Sein Fazit: „Ich gehe heute fort mit einem Reichtum an Wissen und Erfahrungen, die ich für immer schätzen werde!” Und er richtete seinen Dank an die hauptamtlichen Kollegen ebenso wie an die vielen Ehrenamtlichen, mit denen er zusammengearbeitet hat.

Seinen Weg wird der Missionar vom indischen Orden „Heralds of Good News” in Deutschland, auf der anderen Rheinseite, fortsetzen: Am 11. November beginnt er am neuen Dienstort in Kleve-Materborn.