1700 Jahre Judentum in Deutschland

 

1700 Jahre Judentum in Deutschland: Frei von Sklaverei und Tod

1700 Jahre Judentum in Deutschland: Umkehren zum Leben

1700 Jahre Judentum im Deutschland: Ritual für das Leben

1700 Jahre Judentum in Deutschland: Wir trinken auf das Leben

1700 Jahre Judentum in Deutschland: Im Anfang war das Wort

Bischof Felix Genn schreibt uns dazu und lädt zum Mitmachen ein:

Liebe Schwestern und Brüder,

seit 1700 Jahren leben Jüdinnen und Juden in Deutschland. Im Festjahr 2021 wird es
deswegen bundesweit Veranstaltungen und Projekte geben, die jüdisches Leben in
Deutschland feiern. Die ökumenisch verantwortete Kampagne „#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“ ist ein Beitrag der Kirchen zu diesem Festjahr, das am 5. Januar 2021 offiziell online eröffnet wurde. Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz unterstützen diese Kampagne deutschlandweit und setzen damit auch ein deutliches ökumenisches Zeichen.

Das Christentum ist aus dem biblischen Judentum entstanden: Jesus war Jude, genau wie
seine Jünger. Diese Wurzeln zeigen sich nicht zuletzt in den christlichen Festen. Die
Kampagne zeigt deswegen in einer Serie aus 12 Plakaten die enge Verbindung jüdischer und christlicher Festkultur. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer vielfältigen Ausprägung gelenkt werden. Die Betonung der Nähe ist nur unter Wahrung der Würde der Differenz möglich. So will die Kampagne auch anregen, die Bezugnahmen auf das Judentum in christlichen Kontexten kritisch zu hinterfragen, Vereinnahmungstendenzen zu erkennen und zu vermeiden.

Leider erleben wir in unserem Land in letzter Zeit einen wachsenden Antisemitismus,
Übergriffe gegen jüdische Bürger, Hetze und Verschwörungsmythen in den sozialen Medien. In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne gezielt einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.

Diese Kampagne wird auch von der Deutschen Bischofskonferenz und den Verantwortlichen der Evangelischen Kirche Deutschlands aufgegriffen und unterstützt. Ich lade Sie herzlich ein, sich an dieser Kampagne zu beteiligen. Auf der Homepage unseres Bistums stehen unter https://www.bistum-muenster.de/juedisch-beziehungsweise-christlich die 12 Plakate zum Download bereit und finden sich auch weitere Informationen zu dieser Kampagne…

(Ergänzung des Briefes durch R. Lamers: Drucken Sie sich  Plakate aus und hängen Sie diese für sich und andere sichtbar auf – Ein Zeichen der Erinnerung & Solidarität!)

Hängen Sie die Plakate … an anderen exponierten Orten, die sich dafür eignen und informieren Sie bitte in Ihren Gemeinden über die Kampagne und die begleitenden Veranstaltungen.

Papst Franziskus betont in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium: „Der Dialog und die Freundschaft mit den Kindern Israels gehören zum Leben der Jünger Jesu.“ (248).

Nutzen wir dieses Festjahr, um uns in Dankbarkeit für das lebendige jüdische Leben in
unserem Land dieser freundschaftlichen Beziehung neu bewusst zu werden.

Vielen Dank für Ihre Mitwirkung!

Ihr Bischof Felix Genn