Wochenimpuls Maria 2.0 – Generation K

Sie setzen sich mit Kirche auseinander – und das gerne auch kritisch und konstruktiv. Wie schauen junge Frauen auf die Kirche?

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Sophia Fritz hatte eigentlich einen engen Bezug zur katholischen Kirche, bis sie 14, 15 Jahre alt war. Sie war eingebunden in eine Gemeinde, Messdienerin. Doch dann kam der Bruch: In der Kirche fand sie keine weiblichen Vorbilder, die Sprache erreichte sie nicht mehr.

Dennoch beschäftigte sich die heute 23-Jährige Drehbuch-Studentin weiter mit Gott, mit der Bibel, dem Glauben, der Kirche. Und veröffentlichte das Buch „Gott hat mir nie das Du angeboten“.

Ein Buch, das beim Lesen der Bibel entstanden ist. „Mich interessierte die Sehnsucht nach einem Gott. Ich wollte wissen, woher mein Bedürfnis nach Gott kommt.“ Beim Lesen der Bibel notierte sich Sophia Fritz über zwei bis drei Jahre ihre Gedanken, schrieb Mails an einen Freund, der Pfarrer geworden ist. „Wie meint Gott das?“, fragte sie sich und ihn oft. Und so ist ihr Buch eine Suche nach Antworten.

Sophia Fritz macht für sich einen großen Unterschied zwischen Glauben und Religiosität. „Mein Glaube ist stark, und mit ihm hadere ich auch nicht. Glaube ist ein intuitives Gefühl – aber an Religiosität reibe ich mich auf.“

Mit der Kirche hat Sophia Fritz indes wenig zu tun. „Ich respektiere Kirche als Heimatort für ältere Menschen. Wenn ihnen die Rituale dort etwas geben, wenn sie dort einen Raum für sich gefunden haben, ist das doch gut. Man muss nicht zwingend alles ändern, nur damit es den Jüngeren gefallen könnte. Zumal: Ich möchte Kirche gar nicht verändern. Ich möchte sie nicht prägen, ich kämpfe nicht für sie. Ich habe andere Räume, in denen ich mich zu Hause fühle. Ich muss nicht aus Kirche diesen Raum machen.“

Ihr Glaube, so die Studentin, drücke sich in dem Gefühl von Liebe und Nächstenliebe aus. „Und das kann ich überall finden, wo ich Menschen begegne.“

Sich der Kirche wieder anzunähern, hat Sophia Fritz oft versucht. „Aber genauso oft habe ich mich eben unglaublich aufgeregt. Kirche hat zum Beispiel ein großes Problem mit der Sprache. Barmherzigkeit, was heißt das denn? Und warum ist ein Gottesdienst eine Feier, wenn doch die Stimmung total gedrückt ist? Das sind Differenzen, die ich nicht verstanden habe.“

Ein weiteres großes Problem für die 23-Jährige und ein wichtiger Grund, warum sie selbst der Kirche den Rücken kehrte: Es gab dort keine weiblichen Vorbilder für sie. „Da spricht ein Mann, der zölibatär lebt, weit weg von der Lebenswirklichkeit seiner Gemeinde. Ich habe einige beeindruckende Männer in der Kirche getroffen – aber eben niemanden, mit dem ich mich als junge Frau identifizieren konnte.“